Vereinsabend des ÖVMÜ Bereich West

Am 9. Jänner 2026 versammelte sich der ÖVMÜ Bereich West im Gasthaus zur Waldschänke in Wels zu einem Abend, der Hundeleidenschaft, Fachwissen und eine gehörige Portion Humor in perfekter Mischung bot. Nach der Begrüßung durch unseren Bereichsobmann Dominik Haider, der wie immer die richtigen Worte zwischen Organisation und Motivation fand, war klar: Dieser Abend steht ganz im Zeichen der Gemeinschaft und des Austauschs.

Den Auftakt machte Bereichszuchtwart Rudolf Buder. Er betonte, wie wichtig eine verantwortungsvolle Zucht für gesunde, leistungsbereite Hunde ist, und brachte dabei ein wichtiges Thema auf den Punkt: die gesundheitlichen Untersuchungen der Welpen. So sollten die Welpenkäufer motiviert werden, die wichtigen Untersuchungen auf Hüftdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED), Ektopische Ureteren (EU) und Osteochondrosis dissecans (OD) durchführen zu lassen. Um dies attraktiv zu machen, schlug Buder einen pragmatischen Anreiz vor: Die Welpen könnten zunächst etwas teurer verkauft werden, und wer die Untersuchungen tatsächlich durchführen lässt, bekommt den „Aufpreis“ anschließend zurückerstattet. Auf diese Weise profitieren nicht nur die Hunde und deren zukünftige Besitzer, sondern die Zuchtgemeinschaft erhält gleichzeitig einen besseren Überblick über die Gesundheit der Tiere – ein Schritt, der langfristig die Zuchtqualität erheblich steigern kann.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Obf. Egon Lind zum Thema „Die Nachsuche“. Wer glaubte, Nachsuche sei ein trockenes Pflichtprogramm für Hundeführer, wurde schnell eines Besseren belehrt. Lind verstand es, sein Thema mit fundiertem Fachwissen, praktischen Beispielen und einer spürbaren Begeisterung für Hund und Führer lebendig zu machen. Anhand von realen Situationen aus dem Revier zeigte er, wie entscheidend Ruhe, Konzentration und die enge Zusammenarbeit zwischen Hundeführer und Hund in diesem sensiblen Arbeitsbereich sind.
Mit charmantem Schmäh berichtete Lind auch von den „kleineren Pannen“, die bei der Nachsuche passieren können. Diese Anekdoten machten die trockene Materie sehr greifbar und praxisnah. Besonders betonte Lind, wie wichtig es ist, dass Hundeführer nicht nur die Technik beherrschen, sondern auch eine feine Menschen- und Hundebeobachtung entwickeln. Nur so können die Teams sicher und effizient arbeiten – und am Ende die Nachsuche erfolgreich abschließen. Zudem wurde deutlich: Vertrauen, Geduld und Erfahrung sind ebenso entscheidend wie die körperliche Fitness der Vierbeiner. Lind vermittelte weites auch, dass Nachsuche trotz aller Ernsthaftigkeit auch Spaß machen darf, besonders wenn man am Ende des Tages stolz auf die Leistung seines Hundes ist.

Natürlich blieb auch Zeit für Gespräche abseits der Vorträge. Zwischen Tipps, Fachsimpelei und dem Austausch von Erfahrungen mit den eigenen Hunden konnten Kontakte vertieft, Wissen geteilt und die gemeinsame Leidenschaft für die Arbeit mit Jagdhunden gelebt werden.

Am Ende zeigte sich einmal mehr: Vereinsabende beim ÖVMÜ Bereich West sind weit mehr als Fachveranstaltungen. Sie leben von echter Hundeleidenschaft, Wissensdurst und einer Prise Humor, die jeden noch so ernsten Vortrag auflockert. Ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird – und der zeigt, dass man über Hunde, Zucht und Nachsuchen lachen darf, ohne die Ernsthaftigkeit der Sache aus den Augen zu verlieren.

Münsterländerheil und Ho Rü Ho
Valerie Kecht-Kofler
(Beirätin Bereich West)

Angelika Weinberger